"Ach dir gefalln ne Beene nich..." mit diesem Titel von Kurt Tucholsky begeben sich der Posaunist Conny Bauer und die Schauspielerin Walfriede Schmitt am 1.2.2018 um 20h in der Berliner WABE in der Danziger Straße 101 auf eine literarisch-musikalische Spurensuche.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935) war Berliner und verbrachte viele Jahre in seiner Heimatstadt. Er kannte das Berlin der 1920er und beschrieb es wie kein anderer - mal sentimental, mal sarkastisch, mit Esprit, der nötigen Prise Humor und oft mit unverkennbarer "Berliner Schnauze". Seine feinen Beobachtungen der Gesellschaft treffen stets ins Schwarze. Ebenso seine politischen Analysen. Und wüssten wir nicht, dass der Autor der messerscharfen Formulierungen eine der prägendsten Stimmen der Weimarer Republik war, könnte man meinen, er nähme die Gegenwart unter die Lupe.

Walfriede Schmitt und Conny Bauer sind ein eingespieltes Team, wenn es darum geht, das Publikum zu fesseln - ihm Schauer über den Rücken zu jagen, die Lachfalten zu trainieren, die Seele zu berühren und den Geist anzuregen.

Walfriede Schmitt hat Texte Tucholskys ausgewählt, die seine Biografie nachzeichnen und seinen unverwechselbaren Ton widerspiegeln. Sie rezitiert aus literarischen Texten, Briefen und Artikeln dieses viel zu früh verstorbenen Autors. Conny Bauer begleitet die Lesung mit Solo-Improvisationen. Er untermalt, setzt Ausrufezeichen, seufzt und jubiliert auf seinem Instrument.

Conny Bauer spielt sein aktuelles Solo-Programm "Der gelbe Klang" auf der Bassposaune am Sonntag, 28.1.2018, um 18h in Kloster Drübeck bei Wernigerode.

„Der gelbe Klang“ ist die sechste Veröffentlichung meiner Solomusik. Wie auch bei meinen früheren Aufnahmen ist die Musik improvisiert, jedoch wird die Soloposaune hin und wieder von komponierten Motiven unterlegt, die während des Spielens mit Hilfe von Computertechnik aufgenommen werden und, wieder und wieder abgespielt, als Grundgerüst für die Improvisation dienen. Um den Fluss, die Energie eines Live-Konzertes auf die CD zu bringen, habe ich im Studio ohne Unterbrechung gespielt. Die Untertitel habe ich mir später ausgedacht, aber die CD wurde von Anfang bis Ende in einem Ritt aufgenommen und sollte auch so gehört werden.“ Conny Bauer im März 2008

"Der letzte Schrei" - das Lied mit seiner Bitte "Darf ich mal durch?" entstand 1988, als der Frankfurter Tigerpalast seine Eröffnung feierte. Im Oktober 1994 betrat die Diseuse Alix Dudel aus Hannover zum ersten Mal die Bühne des Tigerpalastes. Nur einen Monat zuvor hatten Margareta Dillinger und Johnny Klinke, die Direktoren des Hauses, eine Vorstellung in Hannover besucht und Alix Dudel, die Sängerin mit der tiefen Stimme und den wunderbar skurrilen Texten von Friedhelm Kändler auf der Stelle für ihr Varieté engagiert.

"Darf ich mal durch" lautet nun der Titel der neuesten CD von Alix Dudel, die sie gemeinsam mit der Tigerband - Andrei Likhanov (Piano), Jens Biehl (Drums), Andreas Büschelberger (Bass), Michael Höfler (Bass) und Jan Beiling (Saxophon) - aus Frankfurt aufgenommen hat. Darauf zu hören sind Vertonungen und Stücke von Friedhelm Kändler, Andreas N. Tarkmann, Georg Kreisler, Uli Schmid, Thorsten Larbig und Clemens Kanka.

Am Mittwoch, 17.1.2018 um 20.30h, tritt Conny Bauer mit seinem aktuellen Solo-Programm im Loft in Köln auf!

Conny Bauer begibt sich stets auf musikalische Grenzgänge. Als Protagonist des Freejazz in der DDR tourte er durch ganz Deutschland, die USA, Japan und Südamerika. Er spielt mit international renommierten Improvisationsmusikern wie Peter Brötzmann, Louis Moholo-Moholo, William Parker oder Hamid Drake. Seit 1974 fasziniert Bauer mit seinen Solo-Performances. Für sein Programm "Der gelbe Klang" macht er sich die vielfältigen Möglichkeiten des live-recordings zunutze und lässt seinen eigenen einzigartigen Posaunenchor erklingen. - Conny Bauers Tonlinien liegen übereinander wie transparente Farbschichten. Sie wirken auf den Raum, live eingespielt und als Loops vervielfältigt, entfalten sie sich im Dialog mit der Umgebung immer wieder neu. Aktuell spielt Conny Bauer eine Bassposaune. Durch den tieferen und weicheren Klang dieses Instruments verleiht er seinen charakteristischen Blastechniken eine ganz neue Farbe!

Die Schauspielerin Walfriede Schmitt und ihr Kollege Jens-Uwe Bogadtke leihen ihre Stimmen Karl Marx und einem Südseehäuptling. Musikalisch begleitet wird ihr Streitgespräch über das Geld und die zentrale Frage, wie man in der kapitalistischen Gesellschaft überlebt, von Conny Bauer (Posaune) und Tobias Morgenstern (Akkordeon). "Manifestliches" wird am Sonntag, 14.1.2018, im Kabarett in Chemnitz aufgeführt. Beginn ist um 18h!

Am Freitag, 8.12.2017 um 20h, spielt Conny Bauer Auszüge aus seinem Solo-Programm "Der gelbe Klang" zur Lesung von Alexander Graeff und Alexander Filyuta aus dem Gedichtband "Vergessenes Oval" mit kürzlich erstmals veröffentlichter Lyrik von Wassily Kandinsky.

Die Performance findet im großen Saal des Kulturzentrums Mon Ami in Weimar im Rahmen der Reihe "In guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen" statt.

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